Fahrradreifen für die Stadt

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Welchen Reifen für die Stadt nehmen? Wir als Ehepaar mit zwei Kindern haben derzeit sechs Fahrräder (die Kids haben Hänger oder Laufrad, welche nicht mitzählen), so dass bei uns ein Erwachsener auf dreienhalb Fahrräder kommt. Angesichts der Tatsache, dass wenigstens ein Teil dieser Räder in der Stadt bewegt wird, eine gute Gelegenheit, Reifen auszupropieren.

OK, gehen wir nicht primär nach Einsatzzweck, sondern nach Größe und Typ:

Schwalbe Kojak

Der beste Fehlkauf, den ich je getätigt habe. Kojak landete Anfang der 2000er auf meinem Alltagsrad, einem zum Straßenrad umgerüsteten MTB. Dort verzückte er bei Trockenheit mit wahnsinniger Haftung – und enttäuschte bei Nässe mit Fehlen ebendieser. Unser Kojak ist ein 26×1.35. Fährt man den auf dem MTB, liegt das Tretlager gut einen Zentimeter tiefer als bei typischer Zweizoll-Bereifung: Wer sich gerne stark in Kurven legt, sollte daher zur Zwei-Zoll-Version greifen. Mein Tipp: KOJAK RaceGuard, black-skin, 26×2.00. Achtung: Nur bei Trockenheit fahren. Dieser Reifen hat keinen Reflexring, es sind also Speichenreflektoren nötig!

Schwalbe Marathon Racer

Wir fahren beide Rennrad, weichen aber gelegentlich auf einen fein geschotterten Weg aus oder nehmen die Strecken durch Leipzig Parks. Dafür sind 23 Millimeter einfach zu schmal. Aus diesem Grund haben wir Marathon Racer 700x30C aufgezogen. Das geht beim Rennrad gerade durch Hinterbau und Gabel durch. Auf dem Crossrad dürfte meist 700x35C passen. Den Racer gibt es auch fürs MT in 26×1,50 und 26×1,75. Sicher ein Versuch wert. Sehr schnell – kaum langsamer als echte Rennradbereifung – und mit Reflexring für mehr Sicherheit.

Schwalbe Marathon Supreme

Eines unserer Alltagsräder ist ein altes (2005?) Cannondale F700 (dunkelblau, hellblau, weiss). Gerade zum Ziehen des Burley-Kinderanhängers ist es sehr angenehmm, weil es auch bergab nicht übers Vorderrad schiebt – die Superfatty ist verhältnismäßig gut ansprechend. Aus Lust und Laune habe ich auf dieses Rad in 2008 Schwalbe MARATHON SUPREME HD 26×2.00 aufgezogen und muss feststellen, dass dies die ausgewogensten Reifen sind, die ich je auf einem Rad für den Alltag gefahren habe: Schnell, tolle Kurvenlage, guter Rollwiderstand und ordentlich Grip bei Nässe. Der Nachteil: Mit Preisen zwischen 35 und 45€ relativ teuer. Der Supreme ist auch in 28 Zoll erhältlich.

Schwalbe Big Apple

Auf unserem Burley-Anhänger haben wir Big Apple in 20×2.00 aufgezogen. Marathons waren zum Kaufzeitpunkt keine lieferbar und wir gingen davon aus, dass der erhöhte Komfort den Kindern gefallen dürfte. Big Apple lassen sich mit sehr niedrigem Druck fahren, was ein guter Grund dafür sein dürfte, dass Sie auf den beiden Kokuas unserer kleinen werksseitig vorhanden waren. Auf dem Burley Dlite fahren wir Big Apple 20×2.00, unser Nachbar nutzt auf dem gleichen Anhänger Big Apple 20×2.15. Nachteile? Rein gefühlsmäßig könnte der Rollwiderstand etwas niedriger sein und nach gut einem Jahr (weniger als 5000km) ist Verschleiss sichtbar. Ich habe leider (außer den schlimmen OEM-Kendas) keine Gegenprobe, so dass ich das auf die starken Seitenführungskräfte zurückführe. Mit Reflexstreifen.

Schwalbe Marathon Green Guard

Ein klasse Reifen für den Alltag: Noch besserer Grip als der Supreme, aber etwas höherer Rollwiderstand und höheres Gewicht (schlechtere Beschleunigung), dafür billiger und mit mutmaßlich höherer Pannensicherheit ausgestattet. In 26×175 ist dieser mein Favorit, wenn aus einem älteren Mountain Bike ein Rad für den Alltag in urbanen Umgebungen entstehen soll. Der Schwalbe MARATHON GreenGuard 26×1.75 ist bereits für weniger als 25€ erhältlich und bringt immer Reflexstreifen mit.